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Der Gegenbegriff zur Ästhetik, die man als Eingangshalle der Erfahrung auffassen könnte, bildet die Anästhesie. Die An-Ästhetik macht alles taub und stumm.

So könnte man behaupten, dass der Gegenspieler zur Künstlerin, die mit ihrer Arbeit Emotionen, also etwas bewegen, ungenauer gesagt, die verfestigten-versteinerten Elemente in der Gefühlswelt verflüssigen möchte, der Anästhesist sei. Der Anästhesist soll die Schmerzen betäuben also die Eingangshalle der Empfindungen temporär verschließen, damit der Körper in keinem Resonanzverhältnis zur Umwelt seht. Man ist kurzzeitig tot oder nur da tot, wo die örtliche Betäubung wirkt.

So bildet diese Malerei einen Widerspruch zwischen diesen beiden Polen und es hebt sich in einer verbeulten von Ein- und Ausdrücken geprägten Dialektik auf.

Ein ferner Gedanke, der mir bei diesem Werk durch den Kopf geht ist der Umgang mit Schmerzen: Die Pharmaindustrie versucht, die Schmerzen zu verinnerlichen beziehungsweise zu verstummen. Die Oper hingegen thematisiert respektive spielt mit der Veräußerung der Schmerzen.

Das Bild hat gleichwohl viel mit meiner Freundin zu tun, die sehr unter Migräne leidet.