Diese Malerei, in der „verschiedene simultane Vertikalspannungen“ bestehen, hat ein wenig damit zu tun, wie ich aufgewachsen bin. Ich komme aus Altötting, einem erzkatholischen Ort, in der die schwarze Madonna verehrt wird und alles sehr kirchlich geprägt ist.

Es gibt verschiedene Verbindungen, wobei die Handy-Verbindung in Süd-Ost-Oberbayern am schlechtesten ist, zu „oben“ sakral oder profan, im Fall von Ma(ra)dona kann man es gar nicht mehr unterscheiden, zu Verstorbenen, zur Cloud respektive Medien usw… Eine spannungsreiche Mixtur der ungleichzeitigen Gleichzeitigkeit, die Trotzki vielleicht als kombinierte ungleiche Entwicklung beschreiben würde.

Ich habe vor circa fünf Jahren mit den ersten Zeichnungen dazu angefangen, aber war bisher mit der Komposition oder Farbgebung unzufrieden. Ursprünglich basiert es auf einer Malerei vermutlich aus dem 19. Jh (könnte aus dem Realismus sein), die ich irgendwo mal gesehen habe, aber nur noch meine alten Skizzen davon habe. Wiederum passend in diesem Kontext.

Ein schönes Panorama im Stile des Rokoko.

Der Gegenbegriff zur Ästhetik, die man als Eingangshalle der Erfahrung auffassen könnte, bildet die Anästhesie. Die An-Ästhetik macht alles taub und stumm.

So könnte man behaupten, dass der Gegenspieler zur Künstlerin, die mit ihrer Arbeit Emotionen, also etwas bewegen, ungenauer gesagt, die verfestigten-versteinerten Elemente in der Gefühlswelt verflüssigen möchte, der Anästhesist sei. Der Anästhesist soll die Schmerzen betäuben also die Eingangshalle der Empfindungen temporär verschließen, damit der Körper in keinem Resonanzverhältnis zur Umwelt seht. Man ist kurzzeitig tot oder nur da tot, wo die örtliche Betäubung wirkt.

So bildet diese Malerei einen Widerspruch zwischen diesen beiden Polen und es hebt sich in einer verbeulten von Ein- und Ausdrücken geprägten Dialektik auf.

Ein ferner Gedanke, der mir bei diesem Werk durch den Kopf geht ist der Umgang mit Schmerzen: Die Pharmaindustrie versucht, die Schmerzen zu verinnerlichen beziehungsweise zu verstummen. Die Oper hingegen thematisiert respektive spielt mit der Veräußerung der Schmerzen.

Das Bild hat gleichwohl viel mit meiner Freundin zu tun, die sehr unter Migräne leidet.

 

Wellenbrecher No.3
100 x 200cm Acryl auf Leinwand

aus der Handy-Reihe der „gebrochenen Benutzeroberflächen“:

Denke hierbei an die Wellen, die am Strand und durch den Handyunfall doppelt gebrochen werden.

Darüberhinaus:

„Das gemalte Laub der Deckengemälde der Bibliothek National:
Wenn unten geblättert
wird rauscht es oben!“

Walter Benjamin

Zweiter Advent…

DritterAdvent…

und Vierter Advent

Die ausgedrückten Ibuprofen-Blister erinnern mich an die geschmolzenen Formen von niedergebrannten Kerzen. Dadurch ist der Gedanke zu dem Adventskranz entstanden. Diese Gedanken-Brücke soll wiederum mit dem grünen Hintergrund verstärkt werden soll. Eine weitere Überlegung war das Format, das ich 60 x 60 wählte, um, wenn man es wörtlich nimmt ergibt 60 x 60 das Ergebnis 360, das wiederum auf den Kreis-Kranz Charakter anspielen soll.

Adventskranz von Ratiopharm. Wirkstoff Ibuprofen.

Ein Brandmelder in Acryl zum Einschlagen. Aus der Reihe „Copy und Paste“.

Hier geht es um die Verdopplung der Wirklichkeit und eine Fortführung der Arbeiten von Elmgreen und Dragset.

Anderweitig haben diese „Handmelder“ eine magnetische Wirkung auf mich. Oft genug im Sportunterricht auf diese gezielt und durch Unvermögen nie getroffen. Immer noch ergreift mich das Bedürfnis, diese „aus purer Lust“ einzuschlagen.

Ein von den Panzerknackern aufgebohrter und ausgeraubter Kaugummi-Automat.

Kondomautomat in Acryl auf Leinwand.

Aus der Serie „Copy and Paste“. Hier geht es um die Verdopplung der Wirklichkeit und eine Fortführung der Arbeiten von Elmgreen und Dragset.

Artisten in der Zirkuskuppel ratlos…

 

Der Film resultierte laut Alexander Kluge „einfach aus einer Frustration über die Berliner Filmfestspiele.“ Sein Thema sei „die Lage, in der wir uns selbst befinden, wir, die wir auf dem hohen Seil, den Trapezakten der fine arts bewegen.“